Vom 20. bis 22. Juli 2026 erlebte die Pfarre Kaumberg eine zutiefst bewegende und verbindende 24. Fußwallfahrt nach Mariazell. Drei Tage lang machten sich Pilgerinnen und Pilger jeden Alters gemeinsam auf den Weg, um im Glauben Kraft zu schöpfen, Gemeinschaft zu leben und persönliche Anliegen vor die Gottesmutter zu tragen. Besonders schön war in diesem Jahr die bunte Vielfalt der Gruppe: Neben zahlreichen Kindern und Jugendlichen nahmen auch viele Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus Nachbargemeinden sowie aus der Schwestern-Pfarre Ramsau teil. Sogar eine Familie aus Amerika war dabei, um Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu werden.
Tag 1: Der Aufbruch und die erste Begegnung
Die Wallfahrt begann am Montag, dem 20. Juli, mit einer feierlichen heiligen Messe bei der Schildböck-Kapelle, zelebriert von Pfarrer Slavomír. In seiner Predigt stellte er die heilige Margareta in den Mittelpunkt, die ganz für Jesus gelebt und gestorben sei. Er betonte, dass eine Wallfahrt eine intensive Gelegenheit sei, Gott zu begegnen und dies der wahre Grund ist, um sich auf einen Pilgerweg zu begeben. Die erste und tiefste Begegnung finde dabei stets in der Eucharistie statt. Gestärkt durch dieses Wort und den Segen machten sich die Wallfahrerinnen und Wallfahrer auf den Weg, getragen von einer Atmosphäre des Aufbruchs.
Tag 2: Grenzüberschreitende Gemeinschaft in Rohr im Gebirge
Der zweite Tag startete mit einem besonderen geistlichen Höhepunkt in Rohr im Gebirge. Pfarrer Slavomír feierte die heilige Messe in der Gemeinschaft mit Pfarrer Barabara aus Kenia. Diese internationale Verbundenheit im Glauben zeigte, wie weltumspannend die Kirche ist, jedoch auch, dass ein Glaubensbekenntnis in vielen Ländern nicht ohne Gefahren möglich ist. Musikalisch wurde der Gottesdienst leidenschaftlich von Seminarist Thomas begleitet.
Die Predigt dieses Tages lud zur tiefen Selbstreflexion ein: Das Wort Gottes soll uns im Innersten berühren und in unseren Herzen tiefere Wurzeln schlagen.
Zusammenhalt zwischen Alt und Jung
Der Weg verlangte den Teilnehmenden einiges ab, doch gerade in den Momenten der Anstrengung und bei körperlichen Schwierigkeiten zeigte sich die wahre Stärke der Gruppe. Ein wunderbarer Zusammenhalt zwischen Alt und Jung prägte die gesamten drei Tage. Die Erfahrenen stützten die Jüngeren, und die Energie der Jugend spornte die Älteren an. Niemand blieb allein, jede Etappe wurde gemeinsam gemeistert.
Tag 3: Ein emotionales Gedenken und der Einzug in Mariazell
Bevor das große Ziel erreicht wurde, hielten die Pilgerinnen und Pilger eine zutiefst berührende Andacht in der Bruder Klaus Kapelle am Hubertussee mit dem traditionellen Wallfahrertuch ab.
Auf diesem Tuch sind alle verewigt, die diese Wallfahrt in den letzten 24 Jahren mitgegangen sind, leider sind nicht mehr alle am Leben oder können aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr teilnehmen. In Stille und im Gebet wurde ihrer gedacht, ein Moment, der Tränen der Rührung in die Augen trieb, aber auch tiefe Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit hinterließ.
Ein ganz besonderer Dank der gesamten Pilgergemeinschaft galt an dieser Stelle Renate Steiner. Mit ihrer herzlichen, einladenden Art schafft sie es jedes Jahr aufs Neue, Menschen zu motivieren und zu begeistern. Christian Steiner fuhr mit dem Begleitbus, dass die Lasten auf unseren Schultern nicht zu groß waren, und richtete liebevoll einige wichtige Raststationen für uns her, um wieder Energie zu tanken. Katharina Engleitner und Vroni Pfeiffer trugen maßgeblich zur musikalischen Begleitung der Wallfahrt bei. Die diesjährigen Wallfahrer-Kreuze wurden von Gerald Schildböck gestaltet. Ein großes Dankeschön für euren Einsatz!
Der Höhepunkt in der Basilika
Die Pilgergruppe wuchs von Tag zu Tag: Während 29 Personen die gesamten drei Tage von Kaumberg aus zu Fuß meisterten, wuchs die Gruppe am letzten Tag ab dem Kernhofer Gscheid auf stolze 52 Fußwallfahrerinnen und Fußwallfahrer an. In Mariazell angekommen, wurden sie bereits sehnsüchtig und voller Freude von den mitgereisten Buswallfahrerinnen und Buswallfahrern der Pfarre erwartet. Hier gilt ein besonderer Dank Maria Steinbacher, die diese Tageswallfahrt organisierte.
Der Höhepunkt der dreitägigen Reise war die feierliche Abschlussmesse in der prachtvollen Basilika Mariazell. Der gemeinsame Einzug war geprägt von Mariengesängen, welche von Maria Steinbacher und Johann Pfeiffer vorgesungen wurden.
Pfarrer Slavomír feierte die heilige Messe in der Gemeinschaft mit Pfarrer Barabara und Seminaristen Thomas. Unser Pfarrer Slavomír sprach offen an, dass viele Menschen im Alltag ein schweres Kreuz zu tragen haben. Die Wallfahrt bot den Raum für die Überlegung, was man im eigenen Leben vielleicht auch einmal bewusst „fallen lassen“ und Gott anvertrauen darf, um innerlich frei zu werden.
Organist Hubert Pfeiffer zog an der großen Orgel alle Register und verlieh dem Gottesdienst einen feierlichen musikalischen Rahmen.
Erschöpft, aber überglücklich und im Herzen reich beschenkt, traten die Wallfahrerinnen und Wallfahrer schließlich die Heimreise an – im Bewusstsein, Teil einer Gemeinschaft gewesen zu sein, die trägt!
Text und Fotos: Wolfgang Jelinek






























