Bei strahlendem Sonnenschein und in großer Gemeinschaft feierte unsere Pfarrgemeinde am ersten Sonntag im Oktober das Erntedankfest. Mit einer feierlichen Ernteprozession zur Frönerhofkapelle, begleitet von der Blasmusik, dem Kirchenchor, der Landjugend und zahlreichen Gläubigen, brachten wir unsere Dankbarkeit für die Erntegaben des vergangenen Jahres zum Ausdruck.
Gerade heuer war dieser Dank von besonderer Bedeutung. Für die Landwirtschaft zählte das vergangene Jahr zu den herausforderndsten der letzten Jahrzehnte. Hitze und Dürre machten vielen Bäuerinnen und Bauern zu schaffen und führten uns einmal mehr vor Augen, wie wenig selbstverständlich eine gute Ernte ist.

Beten heißt, mit Gott im Gespräch zu bleiben

In diesem Jahr hatte Bischof Alois die Gläubigen besonders zum Gebet um Regen aufgerufen. Slavomir erklärte in seiner Ansprache, dass viele jedoch das Gebet mit einer Amazon-Bestellung verwechseln, die möglichst schon am nächsten Tag geliefert werden soll. Doch Gebet funktioniert nicht nach diesem Prinzip.

Beten bedeutet, mit Gott in Beziehung zu treten. Es heißt, ihm unsere Sorgen, Ängste und Hoffnungen anzuvertrauen, ihn um Hilfe zu bitten und zugleich für das Gute in unserem Leben zu danken.
Gebet bedeutet aber auch, innezuhalten, zuzuhören und darauf zu vertrauen, dass wir mit unseren Sorgen nicht allein sind. Gerade in schwierigen Zeiten kann der Glaube helfen, Hoffnung zu bewahren und gemeinsam nach vorne zu schauen.

Festlicher Gottesdienst mit vielen Erntegaben
Die anschließende Heilige Messe wurde vom Kirchenchor und der Landjugend feierlich musikalisch gestaltet. Vor dem Altar waren zahlreiche Erntegaben aufgestellt, die die Vielfalt und den Reichtum der Natur sichtbar machten. Sie erinnerten daran, dass hinter jedem Lebensmittel viel Arbeit, Mühe und Gottes Schöpfung stehen.
Für die Landjugend war der Gottesdienst zugleich ein besonderer Anlass, um auf ein erfolgreiches Landjugendjahr zurückzublicken und dafür Dank zu sagen. Mit ihrem Engagement und ihrer Mitgestaltung des Festes leistete sie einen wertvollen Beitrag zum lebendigen Pfarrleben.

Agape im Zeichen der Nächstenliebe
Im Anschluss an die Heilige Messe luden die Bäuerinnen zur Agape ein. Bei Speis und Trank bot sich Gelegenheit zur Begegnung, zum Austausch und zum gemütlichen Beisammensein.
Die Agape stand dabei ganz im Zeichen der Nächstenliebe: Der Erlös kommt der Familie Schleifer aus Hofstetten zugute, die durch einen Brand ihr Zuhause verloren hat. So wurde das Erntedankfest nicht nur zu einem Fest der Dankbarkeit für die Gaben der Natur, sondern auch zu einem Zeichen gelebter Solidarität und Hilfsbereitschaft.

 

 

Beitrag: Michaela Zöchling

Fotos: Gernot Cerncec und Katharina Berger