Wir über uns - Pfarre KAUMBERG

Die Pfarre Kaumberg blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im Jahr 1280 wird Kaumberg im Pfarreinkünfteverzeichnis der Diözese Passau erwähnt. Die Pfarre Kaumberg ist dem Stift Lilienfeld inkorporiert und steht damit seit Jahrhunderten in enger Verbindung mit dem Zisterzienserstift. Mittelpunkt des Pfarrlebens ist die dem Erzengel Michael geweihte frühgotische Wehrkirche, die weithin sichtbar über dem Ort steht. Seit Jahrhunderten ist sie ein Ort des Gebetes, der Begegnung und der Gemeinschaft – und bis heute das spirituelle Herz Kaumbergs.

Die Pfarre Kaumberg wird derzeit von Pfarrer Dr. Slavomír Dlugoš (Priester der Diözese Zips, Slowakei) betreut und von vielen Menschen getragen, die ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihre Ideen einbringen. Der Pfarrgemeinderat begleitet und unterstützt das Pfarrleben, zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wirken in den unterschiedlichsten Bereichen mit – sichtbar bei Festen und Gottesdiensten, aber ebenso oft still und verlässlich im Hintergrund.

Besonders erfreulich ist das Engagement der Kinder und Jugendlichen. Mehr als 20 Ministrantinnen und Ministranten gestalten die Gottesdienste mit, ziehen zu Jahresbeginn als Sternsinger von Haus zu Haus und sind vor Ostern als Ratschenkinder im Ort unterwegs.

Auch die Kirchenmusik hat in Kaumberg einen besonderen Stellenwert. Seit vielen Jahrzehnten bereichert der Kaumberger Kirchenchor die großen Feste des Kirchenjahres. Bei besonderen Anlässen trägt auch die Jugend- und Trachtenkapelle zur feierlichen Gestaltung bei. So sind kirchliche Feste zugleich wichtige Ereignisse im Leben des Ortes und bringen Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen.

Im Mittelpunkt des Pfarrlebens steht die Feier der Eucharistie. Darüber hinaus gibt es Andachten, Prozessionen, Wallfahrten, Glaubens- und Bibelrunden und vieles mehr. Das aktuelle Geschehen in der Pfarre mit Gottesdiensten, Veranstaltungen und wichtigen Terminen ist am besten der jeweils aktuellen Gottesdienstordnung zu entnehmen.

Pfarre bedeutet Gemeinschaft, Begegnung und miteinander gelebten Glauben.

In Kaumberg wird gebetet und gesungen, gefeiert und manchmal auch herzlich gelacht.

Alle sind dazu eingeladen, ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein.

Fotos © Siegfried Konrad jun.,
Pfarrarchiv

 

Pfarrkirche aus dem 12. Jahrhundert

Die römisch katholische Pfarrkirche in Kaumberg stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im gotischen Stil erbaut. Sie ist dem Erzengel Michael geweiht. Der Glockenturm, das Schiff mit dem Kreuzrippengewölbe und die Wehrmauer stammen aus dem 15. Jahrhundert. Eine zwei-manualige Orgel mit 13 Registern wurde 1993 neu angeschafft und 1995 erhielten Kirche und Turm ein neues Dach aus Lärchenschindeln. Die Pfarre wurde um 1280 vom Kloster Klein-Mariazell gegründet. Seit 1653 gehört sie dem Stift Lilienfeld an.

Pfarrgeschichte

Ende des 12. Jahrhunderts bekam Conrad de Arberch vom Passauer Bischof die Kirche "Choumperch" als Lehen. Nach einem langwierigen Prozess mit den Herren von Araburg kam es 1256 zu einem Vergleich und das Kloster Klein-Mariazell übernahm die Pfarre. In den Passauer Pfarreinkünfteverzeichnissen wurde Kaumberg 1280 erstmals erwähnt. Nach der Ersten Türkenbelagerung kam das Kloster in finanzielle Schwierigkeiten und verkaufte die Pfarre an einen Burgherrn. 1580 kam die Pfarre in den Besitz eines Protestanten und anstelle eines Pfarrers wurde ein Prädikant eingesetzt. 1622 wurde der protestantische Burgherr entmachtet und 1625/26 wurde die Pfarre vom Stift Lilienfeld erworben.

Beschreibung der Pfarrkirche

Ehemalige Wehrkirche

Die Kirche am Eingang des Laabachtales und in erhöhter Lage ist eine ehemalige Wehrkirche. Sie ist teilweise von einer Wehrmauer umgeben und wurde in mehreren mitteralterlichen Bauetappen errichtet. Das dreijochige gotische Langhaus mit dem Kreuzrippengewölbe sowie die Apsis sind um 1400 erbaut worden. Der langhausbreite Chor hat eine Achsabweichung zum Langhaus und einen 5/8-Schluss. Der Turm im Westen mit drei Stockwerken und einem Durchgangsportal hat einen quadratischen Grundriss und dürfte teilweise der Rest einer alten Wehranlage sein. Der Turmspitzhelm stammte aus dem Jahr 1852. Wegen Kriegseinwirkung 1945 wurde die Schindeldeckung des Turms und der Kirche 1948 erneuert.

Nördlich zwischen zwei Strebenpfeilern ist eine seicht vorragende Maria-Lourdes-Kapelle aus dem 17./18. Jahrhundert angebaut, bei der ursprünglich ein romanischer Baukern vermutet wird. Im Süden ist eine spätgotische Vorhalle angebaut, sowie eine Sakristei und ein Verbindungsraum (Beichtkapelle) zwischen den beiden.

Wiederaufbau der Kirche

Noch im Sommer 1945 wurde mit der provisorischen Errichtung eines Daches für Kirche und Turm, unter beispielhaftem Einsatz der Bevölkerung (Arbeitsleistung und Sachspenden), begonnen. 1955 wurde die Außenrenovierung durchgeführt, der dann 1958/59 die Innenrenovierung folgte.

Einrichtung

Altar

1774 erhielt die Kirche einen barocken Hochaltar vom Stift Lilienfeld. Im Zuge der Generalsanierung, die von 1955 bis 1959 dauerte, wurde der Barockaltar abgetragen und durch eine Mensa ersetzt. 1987 wurde der Altar zu einem Volksaltar umgestaltet.

Orgel

Die Kirche wurde 1695, 1895 und 1993 mit einer neuen Orgel ausgestattet. Die jetzige Orgel verfügt über 13 Register auf zwei Manualen und Pedalen und wurde vom Orgelbaumeister Friedrich Heftner errichtet.

Glocken

1896 wurden zwei neue Glocken geweiht, im Zuge des Ersten Weltkrieges wurden die Glocken für Kriegszwecke requiriert. 1920 wurde die Kirche mit vier neuen Glocken ausgestattet, die wiederum im Zuge des Zweiten Weltkrieges requiriert wurden. 1949 wurden fünf neue Glocken wieder aufgezogen, diese sind bis heute in Betrieb.

Autor: Wolfgang Jelinek

Quellen- und Fotoverzeichnis

  • Jubiläums-Heimatbuch der Marktgemeinde Kaumberg/Leo Wirtner/1980

  • www.picts.at (Manuela Horny)

  • Wikipedia

  • © Pfarrarchiv